User State Virtualization

Da UE-V nach diversen Tests für uns doch nicht in Frage kommt, habe ich mich nun entschieden User State Virtualization umzusetzen. Microsoft bezeichnet so die Kombination aus “roaming profiles” (wandernden Profilen) und “folder redirection” (Ordnerumleitung).

Freigabe Ordnerumleitung
Gemäss diesem Technet-Artikel erstellt man eine Freigabe.

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Im nächsten Schritt wählt man den Speicherort (in meinem Fall den DFS Unterordner und nicht einfach ein Laufwerk).

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Die optionalen anderen Einstellungen habe ich nicht verwendet. Ich meine, gelesen zu haben, dass die “Zugriffsbasierte Aufzählung” ressourcenintensiv ist.

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Nun vergibt man die entsprechenden Berechtigungen für die Freigabe. Unter anderem für die Benutzer, die die Freigabe benutzen. Ich habe zwei Freigaben mit entsprechenden Berechtigungen eingerichtet. Eine für die Lehrpersonen und eine davon unabhängige für die Schüler/-innen.

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Um diesen Ordner später einmal problemlos zu migrieren habe ich ihn auch noch in den DFS Namespace aufgenommen.

Gruppenrichtlinie Ordnerumleitung
Nachdem die Freigabe eingerichtet ist, kann man die entsprechende Gruppenrichtlinie erstellen.

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Unter Einstellungen habe ich das Häklein bei “Dem Benutzer exklusive Zugriffsrechte für Dokumente erteilen” entfernt. Im Moment habe ich diese Einstellung für alle Ordner eingetragen, mal schauen, ob das so bleibt. Falls ich das ändere, werde ich es hier anpassen.

Freigabe wanderndes Profil
Die Freigaben für die wandernden Profile werden gemäss diesem Technet Artikel analog zu der Ordnerumleitung oben erstellt.

Einrichtung wanderndes Profil
Es gibt zwei Varianten, das wandernde Profil einzurichten. Zum einen kann man den Profilpfad im Active Directory angeben.

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Oder man verwendet die entsprechende Gruppenrichtlinie unter “Computerkonfiguration” –> “Richtlinien” –> “Administrative Vorlagen” –> “System” –> “Benutzerprofile”: “Pfad des servergespeicherten Profils für alle Benutzer festlegen”.

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Da ich getrennte Freigaben für Lehrkräfte und Schüler/-innen eingerichtet habe, kann der Weg über die Gruppenrichtlinie nicht genommen werden, da dort nur eine Freigabe benutzt werden kann. Die erste Einstellung “Sicherheitsgruppe “Administratoren” zu servergespeicherten Profilen hinzufügen” habe ich aber gesetzt. So können z.B. auch die Profilordner gelöscht werden, wenn Schüler/-innen austreten.

Den Profilpfad im AD kann man für viele Benutzer gleichzeitig setzen. Dazu kann man einfach mehrere Benutzer markieren und über einen Rechtsklick “Eigenschaften” auswählen. Im Register “Profil” kann der Profilpfad mit der Variablen %username% eingetragen werden.

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Für neue Benutzer kann man das PowerShell Skript um diese Zeile ergänzen:

-ProfilePath („\\netzwerkpfad\schuelerprofile\“+$_.username) `

Anmeldegeschwindigkeit
Wie bei den Abklärungen zu UE-V beschrieben, soll eine Anmeldung möglichst schnell erfolgen. Ein Szenario speziell in Schulen ist, dass sich über 20 Schüler/-innen gleichzeitig in einem Raum mit nur einem Accesspoint über WLAN anmelden. Bei diesen Tests ist das noch nicht berücksichtigt, die Profildaten sind aber dank der Ordnerumleitung sehr klein und sollten nicht einen allzu grossen Einfluss haben. Die Messwerte entstanden auf virtuellen Windows 10 Maschinen und dürfen nicht absolut genommen werden, mehrere Versuche haben nicht immer die gleiche Zeit ergeben. Ausserdem waren die Testuserprofile sehr klein. Trotzdem gibt es einen Anhaltspunkt.

erste Anmeldung mit nur lokalem Profil 24 Sekunden
weitere Anmeldungen mit lokalem Profil 2 Sekunden
erste Anmeldung mit wandernden Profilen und Ordnerumleitung erstellen 95 Sekunden
erste Anmeldung an einem Computer mit vorhandenem Profil auf Server 12 Sekunden
weitere Anmeldung mit wandernden Profilen und Ordnerumleitung 3 Sekunden

Die erste Anmeldung im Netzwerk dauert extrem lange, dies ist aber nur einmal nötig. Danach ist die Anmeldung auf einem Computer, an dem man sich noch nie angemeldet hat, etwa doppelt so schnell, wie wenn ein lokales Profil eingerichtet werden muss. Wir werden also mit Windows 10 wieder wandernde Profile einführen – im Gegensatz zu damals unterstützt durch die Ordnerumleitung.

2 Gedanken zu „User State Virtualization

  1. Bernhard Köck

    Hallo,
    warum leitest du die Ordner Dokumente, Desktop, .. nicht in die Homeverzeichnisse der Benutzer um, dann könntest du dir die zusätzlichen Freigaben sparen. Sonst muss du ja wieder diese Freigaben den Benutzern (über einen Laufwerksbuchstaben) zur Verfügung stellen, sonst kommen sie ja nicht zu ihren Daten.
    Übrigens kannst du mal folgendes ausprobieren: Ändere mal für einen Domänenbenutzer am Server das Kennwort. Bei uns ist nach einem Neustart des Computers und einer Anmeldung mit dem geänderten Kennwort das Profil kaputt (Benutzereinstellungen werden geladen….).

    LG

    Bernhard

    Antwort
    1. ictschule Autor

      Hallo Bernhard
      Das mit der Umleitung aufs Homeverzeichnis habe ich mir auch überlegt, habe dann aus mehreren Gründen darauf verzichtet.
      Zum einen wissen die Lehrkräfte, dass sie ihre Dateien in ihrem Userhome (bei uns H:) speichern sollen und ich wollte daher nicht zu viel auf einmal ändern. Ausserdem war ich mir nicht sicher, ob es allenfalls Probleme geben wird, wenn von mehreren Computern, bei denen es schon ein lokales Profil gibt, plötzlich auf die Freigabe umgeleitet wird. So wie wir das jetzt machen, bleiben die Homeverzeichnisse unberührt.
      Der Hauptgrund war aber, dass die Freigabe der Ordnerumleitungen standardmässig über die Offlinefunktion synchronisiert wird. Wenn also 20 Schüler/-innen je 200 MB an Daten haben und sich mit 20 Laptops, an denen sie sich noch nie angemeldet haben, über einen Accesspoint anmelden, werden im Hintergrund 4 GB über die eine WLAN Verbindung synchronisiert. Man kann über eine GPO Ausnahmen für die Offlinesynchronisierung erstellen um das abzufangen, aber ich wollte mir da bei dieser grossen Umstellung nicht noch weitere Probleme einhandeln. Die Daten im Homeverzeichnis werden nur geladen, wenn sie gebraucht werden, das macht also in diesem Szenario keine Probleme. Ob wir später einmal auf das Homeverzeichnis verzichten und nur noch die auf die Freigabe umgeleiteten Profilordner benutzen, kann ich nicht ausschliessen. Aber bis dann habe ich Erfahrungen mit dieser Hintergrundsynchronisation gesammelt.
      Das mit der Kennwortänderung habe ich noch nicht getestet. Habe das auf deinem Blog gesehen und muss dem zuerst noch nachgehen.

      Antwort

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