OneDrive Sync Client im Netzwerk verteilen

Gemäss Microsoft sollte der OneDrive Sync Client (manchmal auch OneDrive Next Generation Sync Client NGSC bezeichnet) bereits auf den Computern installiert sein, wenn Windows 10 oder Office 2016 eingesetzt wird. Gemäss Internetrecherche sind wir aber nicht die Einzigen, bei denen das so nicht der Fall ist.

Folgende Ressourcen waren für mich hilfreich:

Plan to deploy the new OneDrive sync client in an enterprise environment
Deploying the new OneDrive sync client in an enterprise environment
OneDrive – Next Generation Sync Client Deployment guide
How to deploy OneDrive next generation sync client with SCCM
Deploy OneDrive Next Generation sync client with ConfigMgr
Next Gen OneDrive deployment during SCCM OSD

Ein Problem ist, dass die Installation pro Benutzer geschehen muss, dafür aber Admin-Rechte nötig sind. Gemäss Deployment Guide kann man dies entschärfen, indem man die Installation zuerst pro Computer und erst danach pro Benutzer durchführt. So benötigt der Benutzer keine Adminrechte mehr. Dies habe ich aber nicht getestet, da ich die Installation mit SCCM durchführen wollte.

In diesem Artikel wird auf ein “sample SCCM package” verwiesen. Dieses kann man herunterladen und dann als Anwendung importieren.

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Danach kann man die Anwendung anpassen. Dazu öffnet man die Eigenschaften und wählt die Registerkarte Bereitstellungstypen.

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Hier passt man den Inhaltsort an, in dem das vorher heruntergeladene Installationsprogramm liegt.

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Auf der Registerkarte “Erkennungsmethode” kann man sehen, dass bereits ein Powershellskript eingetragen ist, mit dem überprüft wird, ob OneDrive für diesen Benutzer bereits installiert ist.

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Durch den Import ist auch schon festgelegt, dass das Programm zwar pro System installiert wird, aber nur wenn ein Benutzer angemeldet ist. Durch das Powershellskript wird dann überprüft, ob OneDrive für diesen Benutzer bereits installiert wurde.

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Dazu wird mit einer WMI Abfrage der Benutzername des momentan angemeldeten Benutzers ermittelt und damit der Pfad zur OneDrive.exe ermittelt: %localappdata%\Microsoft\OneDrive\OneDrive.exe. Falls diese nicht vorhanden ist, wird installiert.

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So lässt sich der OneDrive Sync Client automatisch auf alle Computer verteilen. Wenn sich ein neuer Benutzer anmeldet, wird dank dem Skript festgestellt, dass der Sync Client für diesen Benutzer noch nicht installiert ist und die Installation wird gestartet.

Updates
Nachdem der Sync Client installiert ist, stellt sich die Frage, wie er “up to date” gehalten wird. Dies erfolgt aus welchen Gründen auch immer nicht über die normalen Windows Updates, die man im Netzwerk über WSUS oder SCCM steuern könnte. Der Client kommuniziert direkt mit Microsoft und lädt Updates auch direkt herunter. Dadurch wird der Client von jedem Computer selber heruntergeladen statt wie bei anderen Updates nur einmal vom WSUS Server. Bei uns erlaubt die Firewall aus Sicherheitsgründen keine Downloads von ausführbaren Dateien. Unter %localappdata%\Microsoft\OneDrive\ Setup\Logs findet man Logdateien zu den Updates, in denen man sieht, dass versucht wird eine EXE Datei von oneclient.sfx.ms/… herunterzuladen.

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Daher musste ich diesen Domänennamen zu einer bereits vorhandenen Ausnahme für Windows Updates hinzufügen, bei der unter anderem “Extension blocking” übergangen wird.

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Danach werden die Sync Clients automatisch aktuell gehalten.

Gruppenrichtlinien
Verschiedene Einstellungen lassen sich über Gruppenrichtlinien steuern.

Speicherplatz
Standardmässig werden die synchronisierten Dateien im Userprofil abgelegt. Beim Einsatz von wandernden Profilen (roaming profiles) ist das mehr als unglücklich. Dort wird versucht, das Profil möglichst schlank zu halten, unter anderem um den Anmeldeprozess möglichst nicht zu verlangsamen.

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Aus diesem Grund muss man eine Ausnahme für die wandernden Profile erstellen.  Ich habe bei uns eine für “OneDrive – Schule Altstätten;OneDrive – Business1;SharePoint” erstellt.

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Neuer Client direkt in Windows 10
Früher gab es einen Client für die Synchronisation mit OneDrive von privaten Microsoft Accounts (onedrive.exe) und einen für die Synchronisation mit OneDrive for Business (groove.exe). Der OneDrive Next Generation Sync Client kann nun auch mit OneDrive for Business und soll irgendwann Groove.exe ganz ablösen (genauere und aktuelle Informationen findet man auf dem empfehlenswerten Blog von Hans Brender). Allenfalls liegt es an diesem Werdegang, dass man immer wieder das Gefühl hat, der Client sei nicht so ganz für den Einsatz im Netzwerk gemacht.

Der Sync Client sollte eigentlich bei Windows 10 bereits vorhanden sein. Dieser ist aber bei uns veraltet und lässt sich ohne Adminrechte nicht aktualisieren.

Besser als die Verteilung wie sie oben beschrieben ist, wäre natürlich, wenn der Client schon bei der ersten Anmeldung installiert wäre. In diesem Blogbeitrag wird beschrieben, wie man das beim Neuaufsetzen (OSD = Operation System Deployment) erreicht.

Hoffentlich ist bei der nächsten Windowsversion vom Frühling 2017 bereits ein neuer Client dabei, damit das alles nicht mehr nötig ist.

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