Office 365 vs Office 2019

Wir haben bisher mit Office 2016 gearbeitet und es stellt sich die Frage, ob wir zu Office 2019 oder besser zu Office 365 wechseln.

Zuerst muss man sich einmal klar über die Unterschiede werden.

Unterschiede
Office 2019 ist eine Kaufversion der Office Programme (Word, Excel, Powerpoint, Outlook,…), die lokal auf einem Computer installiert wird (wie schon Office 2016). Die Programme werden pro Computer lizenziert, sie können also von jedem Benutzer und jeder Benutzerin des Computers problemlos gestartet werden. Nachdem die Programme erhältlich sind, bleiben sie mehr oder weniger funktionsgleich und erhalten nur noch Sicherheitsupdates.

Der Begriff Office 365 ist nicht so eindeutig. Zum einen wird damit das Cloud Angebot von Office bezeichnet, das wir schon seit 2014 nutzen. Zum anderen wird mit Office 365 (genauer Office 365 ProPlus) auch eine Version der installierten Office Programme auf dem Computer bezeichnet. Diese erhalten anders als Office 2016 oder Office 2019 laufend neue Funktionen. Der Unterschied zu einer Version wie Office 2019 wird von Jahr zu Jahr grösser, bis irgendwann die nächste Version (z.B. Office 2022) erscheint, die die Neuerungen dann auch wieder aufnimmt. Allenfalls wird Microsoft längerfristig nur noch Office 365 anbieten, zumindest könnte man die Folie unten, die so an der Ignite 2018 (vgl. Quelle) gezeigt wurde, so deuten:

Office

Lizenzierung
Anders als Office 2019 wird Office 365 pro Benutzer lizenziert. Dies bedeutet, dass der angemeldete Benutzer eine gültige Office 365 Lizenz besitzen muss. Beim Start einer Office Anwendung mit einem lokalen Account, der keine Office 365 Lizenz zugewiesen hat, wird man aufgefordert, sich mit einem gültigen Office 365 Account anzumelden:

image

Wenn man das überspringt, kann man zwar Office Dateien ansehen, aber weder neue Dokumente erstellen, noch Änderungen speichern.

image

Für externe Referenten oder für Religionslehrkräfte (die nicht an unserer Schule angestellt sind, aber in unseren Räumen unterrichten) haben wir bisher nur lokale Accounts erstellt. Dies muss man bei einer Umstellung auf Office 365 beachten.

Problem nach OSD
Bisher setzen wir SCCM (System Center Configuration Manager) für die Verwaltung unserer Computer ein. Damit werden z.B. Computer neu aufgesetzt, Windows Updates verteilt und Softwarepakete verteilt. Im Moment versuchen wir aber möglichst alles nach Microsoft Intune, die Cloudlösung von Microsoft für die Computerverwaltung, zu verschieben – sogenanntes “modern management”.

Office 2016 wurde bisher als Teil des OSD (Operating System Deployment) installiert, also beim Neuaufsetzen eines Computers. Office 365 soll neu über Intune installiert und auch mit Updates versorgt werden. Damit gibt es aber ein neues Problem. Wenn einer unserer Computer ein Problem hat, wird er einfach neu aufgesetzt, erhält also über OSD vom SCCM das aktuelle Computerimage (Autopilot über Intune haben wir noch nicht implementiert). Danach kann es aber bis zu einem Tag dauern, bis er sich bei Intune meldet (sog. Enrollment) und dann die zugewiesene Software erhält. Ein neu aufgesetzter Computer hätte also bis zu einem Tag lang kein installiertes Office, was natürlich nicht geht. Ich habe nun als Workaround die Installation von Office 365 auch mit dem SCCM umgesetzt und in das Grundimage eingebaut. Sobald der Computer nach spätestens einem Tag Intune-Enrolled ist und über Intune verwaltet wird, übernimmt Intune auch Konfiguration und Updates.

Umstellung
Unabhängig davon, mit welcher Methode eine neue Office Version verteilt wird, handelt es sich um einen grossen Eingriff. Zum einen dauert eine Deinstallation der alten Version und Installation der neuen Version ziemlich lange und während dieser Zeit sollte keines der Office Programme gestartet werden. Die Feststationen lassen sich remote starten, um die Deinstallation und anschliessende Installation z.B. in der Nacht vorzunehmen, unsere Surfaces über WLAN leider nicht. Diese müssen von den Benutzerinnen und Benutzern manuell gestartet werden. Man muss also gut informieren.

Welche Version?
Obwohl es wie oben beschrieben einige neue Probleme gibt, habe ich mich entschieden, Office 365 einzusetzen. Zum einen scheint das die Richtung zu sein, in die Microsoft pusht und zum anderen gibt es immer wieder neue interessante Funktionen in Office 365, die die Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler zuhause (über den ProPlus Benefit) nutzen können, aber in der Schule dann nicht zur Verfügung stehen würden.

Dies sind allgemeine Überlegungen zu Office 365 vs. Office 2019. Technische Details der Umsetzung sind in diesem Blogpost zu finden.

5 Gedanken zu „Office 365 vs Office 2019

  1. Marcel

    Interessanterweise hatten wir an unserer Schule eine ähnliche Diskussion. Bei uns kommt noch erschwerend hinzu, dass sich Office 365 ProPlus nicht auf Windows Server 2019 installieren lässt (bzw. nicht unterstützt wird [1]). Da wir aber eine RDS-Umgebung für BYOD-Geräte anbieten, wäre ein Upgrade unserer Infrastruktur auf Server 2019 nicht möglich.

    Wir müssen also faktisch Office 2019 einsetzen.

    [1] https://products.office.com/de-de/office-system-requirements#coreui-contentrichblock-cs9mei4

    Antwort
  2. frostiede

    Interessanterweise hatten wir an unserer Schule eine ähnliche Diskussion. Bei uns kommt noch erschwerend hinzu, dass sich Office 365 ProPlus nicht auf Windows Server 2019 installieren lässt (bzw. nicht unterstützt wird [1]). Da wir aber eine RDS-Umgebung für BYOD-Geräte anbieten, wäre ein Upgrade unserer Infrastruktur auf Server 2019 nicht möglich.

    Wir müssen also faktisch Office 2019 einsetzen.

    [1] https://products.office.com/de-de/office-system-requirements#coreui-contentrichblock-cs9mei4

    Antwort
  3. Fabian Bachmann

    Wir werden einen Wechsel auf Office365 vorantreiben, da wir uns auch vom SCCM lösen werden in Richtung Intune.

    Antwort
  4. Bernhard

    Hallo,
    ich verwende in meinen Schulumgebungen mittlerweile nur mehr Office 365. Als Aktivierungsmethode setze ich die „Device based Activation Methode“ ein. (funktioniert auch mit Intune per script).
    In meinen Lab Umgebungen läuft Office 365 so auch auf Server 2109.
    Hier eine Anleitung zum Einsatz der „Device based Activation“ von Office 365
    https://blogs.technet.microsoft.com/nzedu/2017/05/03/device-based-activation-for-office365-proplus-great-for-education/
    https://winxperts4all.at/index.php/downloads/Office365/Deployment-von-Office365ProPlus-in-einer-Bildungseinrichtung-oder-Unternehmen/
    LG
    Bernhard

    Antwort

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