Test Surface Go

Ab heute ist das Surface Go offiziell in der Schweiz verfügbar. Da sich das Surface Go auch für den Einsatz im Schulunterricht anbietet, hat Microsoft Schweiz dieses Mal Demogeräte nicht nur an Journalisten, sondern auch an verschiedene Personen aus dem Bildungsbereich abgegeben. Auch ich wurde angefragt und habe dieses Angebot gerne angenommen. So muss ich kein Testgerät mehr beantragen, sollte das Surface Go beim nächsten „Einkauf“ für uns in Frage kommen…

Das Surface Go rundet die Surface Familie gegen unten ab. Wie das Surface Pro hat es einen Kickstand und eine abnehmbare Tastatur, ist aber kleiner, leichter und billiger.

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Erster Eindruck
Das Surface Go ist mit seinem 10 Zoll Bildschirm und seinen 522 Gramm deutlich kleiner und leichter als das Surface Pro und damit sehr portabel. Diese Daten positionieren es eher im Bereich eines iPads, was wohl auch kein Zufall ist. Im Direktvergleich zum iPad ist es immer noch etwas schwerer und auch teurer. Ergänzt mit Tastatur und Stift, sind beide Geräte nicht mehr ganz so günstig, aber immer noch viel günstiger als grössere Geräte wie das Surface Pro.

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Ich habe in den letzten Tagen immer mal wieder mit dem Surface Go gearbeitet und versuche hier meine persönlichen Erfahrungen und Überlegungen zu notieren. Es gibt schon vor dem offiziellen Termin genügend Vergleiche und Einschätzungen von Testern und Journalisten, hier z.B. vom Tagesanzeiger und es wird sicher noch viele weitere geben. Im weiteren Text beziehe ich mich immer mal wieder auf meine Tests mit verschiedenen Geräten aus den letzten Jahren. Diese finden sich hier für unsere Anschaffungen der Jahre 2016, 2017 und 2018.

Bildschirm
Der Bildschirm ist hell und scharf. Mir war er aber immer mal wieder etwas zu klein. Auf der anderen Seite habe ich die damit zusammenhängende Portabilität sehr geschätzt. Das Surface Go lässt sich sehr leicht mitnehmen und je länger ich es genutzt habe, umso weniger hat mich der kleine Bildschirm gestört.

Tastatur
Mit der Tastatur hatte ich immer wieder Mühe und mich entsprechend oft vertippt. Als regelmässiges Arbeitsgerät für mich kann ich mir das Surface Go aus diesem Grund nicht vorstellen, auch wenn ich mich nach etwas Übung daran gewöhnt habe. Andere Personen fanden die Tastatur im Gegensatz zu mir sogar gut, zum einen waren diese aber deutlich jünger (allenfalls auch mit kleineren Fingern) und in einem Fall war es jemand, der auch mit einer Tastatur an seinem iPad schreibt.

Stift
Der Stift ist der gleiche wie beim Surface Pro und damit etwas vom besten, was man auf dem Markt findet. Um Weiterbildungen und Sitzungen vorzubereiten oder durchzuführen, mache ich gerne und oft handschriftliche Notizen mit OneNote. Für diesen Einsatzzweck war die Grösse des Surface Go absolut genügend.

Kamera
Bei der Kamera konnte ich von Auge keinen grossen Unterschied zu einem Surface Pro ausmachen. Aber da wird es z.B. von Zeitschriften sicher noch genauere Tests geben. Für mich genügt es, dass die Kamera einen guten Eindruck macht und für den Schulunterricht sicher ausreichend ist.

Audioaufnahme
Für den Einsatz in der Schule ist auch die Qualität der Audioaufnahmen wichtig, da diese z.B. für den Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden. Bei meinen Tests in den letzten Jahren musste ich feststellen, dass nicht alle Hersteller gleich viel Wert auf eine gute Audioaufnahme legen. Das Surface Pro gehörte dabei immer zu den Besten. Beim direkten Vergleich empfand ich eine gesprochene Aufnahme auf dem Surface Go als nicht ganz so klar wie bei einem Surface Pro, aber immer noch gut und aus der Erinnerung besser als bei einigen anderen Testgeräten.

Schulnetzwerk
Um das Surface Go wirklich mit einem Surface Pro zu vergleichen, musste ich es in unser Netzwerk aufnehmen. Dadurch ist sichergestellt, dass bei beiden Geräten die gleichen Bedingungen gelten, wie z.B. die Anmeldung am Netzwerk, die Verbindung zum WLAN über eine Radius Authentifizierung, die Anwendung von Gruppenrichtlinien beim Computerstart und noch weiteres. Wir setzen unsere Geräte über SCCM und einem sogenannten OSD (=Operating System Deployment) auf. Anders als bei dem Management über eine MDM Plattform wie Intune wird dabei die Festplatte vollständig gelöscht und mit unserem Schulimage neu aufgesetzt. Die dazu benötigten Gerätetreiber sind aber noch nicht verfügbar. Man kann diese aber mit dem folgenden Powershellbefehl aus der Installation exportieren:

 Export-WindowsDriver –Online –Destination C:\drivers 

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Mit einem „alten“ Surface Lan-Adapter und einem weiteren Adapter auf USB-C konnte ich so das Surface Go mit unserem Image neu aufsetzen.

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Gemäss Microsoft wird es in Zukunft einen Lan-Adapter direkt auf USB-C geben, der PXE Boot unterstützt.

Leistung
Das Surface Go gibt es in zwei Ausführungen. Die günstigere Variante hat 4 GB Ram und 64 GB Speicherplatz (eMMC). Für unsere Tests haben wir die teurere Ausführung mit 8 GB Ram und 128 GB Speicherplatz (SSD) erhalten. Die 4 GB Ram sollten kein grosses Problem sein, wir haben an unserer Schule sowohl Surface Pro 4 mit 4 GB als auch mit 8 GB im Einsatz und stellen keinen grossen Unterschied fest. Dazu, ob und wie sich der langsamere eMMC Speicher des günstigeren Geräts auswirkt, kann ich mit meinen Tests natürlich nichts aussagen.

Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass der Pentium Prozessor deutlich langsamer ist als der i5 unserer Surface Pro Geräte, die wir dieses Jahr gekauft haben. Das Surface Go ist zwar wirklich etwas langsamer, aber viel weniger deutlich, als ich gedacht habe. Damit man sich selber ein Bild davon machen kann, habe ich hier ein paar Aufnahmen von Computerstart, Anmeldung, Excel starten, Gimp starten und einem Filter in Gimp anwenden.

Fazit
Das Surface Go ist definitiv ein spannendes Gerät. Seine Grösse hat Vorteile, die ich schätzen gelernt habe, aber halt auch Nachteile.

Wer eine Dockingstation mit grossem Monitor und guter Tastatur einsetzt, hat viele Vorteile. Unterwegs sehr leicht und portabel, zuhause genügend Leistung als Desktopersatz. Ob einem das genügt, hängt auch davon ab, wie man das Gerät benutzt. Persönlich habe ich auch unterwegs zu viele Fenster und Anwendungen, die viel Platz benötigen. Privat habe ich daher ein Lenovo Yoga X1, das mit 14” Monitor und sehr guter Tastatur in einer anderen Liga spielt, leider auch vom Preis her.

Bei typischen Anwendungen in der Schule sieht es wieder etwas anders aus. So portabel wie es ist, eignet sich das Surface Go gut für mobile Audio- oder Videoaufnahmen. Es ist genügend gross, um mit dem Stift und/oder der Tastatur in OneNote zu arbeiten und eignet sich hervorragend für touchoptimierte  Apps. Und für ein Bewerbungsschreiben in Word oder einen Vortrag mit PowerPoint genügt die Grösse auch. Ich würde empfehlen, diesen Formfaktor bei der nächsten Anschaffung auch zu evaluieren.

Ganz grosses Potential sehe ich bei 1:1 Projekten. Wenn eine Schule sich entschliesst, allen Schülerinnen und Schülern ein persönliches Gerät abzugeben, fallen immense Kosten an und da spricht vieles für das Surface Go. Auch das kleine Gewicht ist ein Vorteil, wenn das Gerät dauernd herumgetragen werden muss. Und wenn in einer Oberstufe Anwendungen benötigt werden, die mehr Bildschirmplatz benötigen, könnte man ja ein ehemaliges Informatikzimmer mit Dockingstationen und grösseren Bildschirmen ausstatten.

4 Gedanken zu „Test Surface Go

  1. Pingback: Ready, steady, Surface Go! – Digitales Lernen

  2. Pingback: Surface Go vs. iPad die technischen Daten im Vergleich – Digitales Lernen

  3. Andreas

    Interessantes Gerät das Surface Go

    Bei dir an der Schule ist es aber nachwievor so, dass auch für die Tablets jeder Schüler seine eigene Kennung zum Anmelden hat.

    Antwort

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