Szenario Schule geschlossen

Im Moment ist es wegen dem Coronavirus nicht ausgeschlossen, dass die gesamte Schule für eine oder mehrere Wochen geschlossen wird.

Wenn wir das “Szenario Schule geschlossen” durchdenken, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Es findet kein Unterricht statt. Manche Schülerinnen und Schüler würden sich wohl darüber freuen, allenfalls auch ein paar Lehrpersonen Winking smile.
  • Man versucht, wenigstens einen reduzierten Unterricht trotzdem durchzuführen.

Wenn man die zweite Möglichkeit in Betracht zieht, stellt sich die Frage, ob und wie das überhaupt umsetzbar wäre. Ich möchte hier aufzeigen, wie man das umsetzen könnte (wenn man denn möchte).

Voraussetzungen Schule
An unserer Schule setzen wir Office 365 von Microsoft ein und Schüler/-innen ab der 3. Primarklasse haben ihren eigenen Account. Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten, von zuhause zu arbeiten, aber ich beschränke mich auf diese Voraussetzungen.

Voraussetzungen Schüler/-innen
Die Schüler/-innen benötigen ein Endgerät, mit dem sie Zugang zum Internet haben. Dies kann ein Computer, ein Laptop, ein Tablet oder ein Smartphone sein. Computer haben zwar oft Lautsprecher, aber kein Mikrofon/Kamera, also keine Möglichkeit, audiovisuell miteinander zu kommunizieren (respektive nur teilzunehmen und nichts beitragen zu können). Allenfalls ist es möglich, für diese Kommunikation auf ein Smartphone (eigenes oder der Eltern) auszuweichen.

Unterricht
Ich habe mich auf ein paar Unterrichtssequenzen beschränkt, die ich exemplarisch aufzeigen möchte.

  • Instruktion/Referat
  • Aufgaben/Üben
  • Besprechen/Austauschen
  • Gruppenarbeit
  • Fragen/Erklärungen

Instruktion/Referat
Für einen Vortrag der Lehrperson (oder von Schülerinnen und Schülern), gibt es zwei Möglichkeiten, entweder Live als Teamsbesprechung oder als Aufzeichnung (wie bei einem flipped classroom Szenario).

Um eine Besprechung zu starten oder für später zu planen, öffnet man Teams, wählt (optional) einen Kanal auf der linken Seite und stellt sicher, dass man sich im Register “Beiträge” befindet. Hier kann man nun ganz unten eine Besprechung durch einen Klick auf das Videosymbol starten.

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Nun kann man der Besprechung einen Titel geben und sie entweder direkt starten oder für einen späteren Zeitpunkt planen.

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Hier ist ausführlich beschrieben, wie man dann als Schülerin oder Schüler an dieser Besprechung teilnehmen kann.

Über das entsprechende Symbol kann die Lehrperson nun ihren Bildschirm teilen. Die Schülerinnen und Schüler sehen also zuhause den Bildschirm der Lehrperson. Dies könnte eine PowerPoint Präsentation sein oder eine Herleitung wie an der Tafel mit einem Stift (dazu benötigt man ein Gerät mit einem Stift, wie die bei uns vorhandenen Surfaces).

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Man kann den Vortrag auch aufzeichnen, damit ihn alle nochmals anschauen können oder wenn jemand zur Zeit nicht teilnehmen konnte.

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Alternativ dazu könnte man den Vortrag auch ohne Besprechung aufzeichnen (vgl. diesen und diesen Beitrag). Den entstandenen Film kann man dann z.B. auf Stream speichern und den Link dazu den Schülerinnen und Schülern über den Chat oder im OneNote Kursnotizbuch zur Verfügung stellen.

Aufgaben/Üben
Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann Dokumente über Dateien oder übers Kursnotizbuch zur Verfügung stellen und diese dann über den Chat ankünden oder…

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… man nimmt die für diesen Zweck enthaltene Funktion in Teams, die in diesem Beitrag beschrieben wird.

Besprechen/Austauschen
Um sich auszutauschen oder Hilfe durch Lehrperson oder andere Schülerinnen und Schülern anzubieten, kann man den Chat in Teams benutzen, oder aber Besprechungen wie unter Instruktion/Referat gezeigt, einfach in kleiner Runde, benutzen. Man kann eine Besprechung auch aus einem persönlichen Chat starten.

Gruppenarbeit
Wenn Gruppen von Schülerinnen und Schülern zusammen arbeiten sollen, können sie dafür den “Platz zur Zusammenarbeit” im Kursnotizbuch verwenden und sich über eine private Chatgruppe (schriftlich oder als Videobesprechung) absprechen.

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Fragen/Erklärungen
Um mit der ganzen Klasse Fragen zu klären, kann man gleich wie bei Instruktion/Referat vorgehen. Oder die Schülerinnen und Schüler schreiben ihre Fragen in den Chat wo sie beantwortet werden.

Fazit
An unserer Schule hätte man die technischen Möglichkeiten, einen Schulbetrieb zumindest teilweise aufrecht zu erhalten, auch wenn die Schule für eine gewisse Zeit geschlossen werden müsste. Von Vorteil hat man mit seinen Schülerinnen und Schülern bereits vorher mit Office 365 gearbeitet. Voraussetzung ist natürlich, dass alle Schülerinnen und Schüler einen Internetzugang und mindestens ein Gerät zuhause haben.

Nachtrag
Phil Stangl hat in seinem Youtube Kanal eine Playlist Crashkurs Teams mit gut beschriebenen und verständlich erklärten Kurzvideos veröffentlicht.

24 Gedanken zu „Szenario Schule geschlossen

  1. Ursula Boehm

    Sehr gut und praktikabel für alle, die WOLLEN. So hat dieser Umstand doch auch eines für sich…. die Digitalisierung schreitet voran. Khan University kann dann unterstützen, falls weitere Lücken zu schließen sind. Hervorragend. Wieviel % der Lehrer lesen Ihren Beitrag?
    Tolle Inspiration. Danke

    Antwort
    1. ictschule Autor

      Danke für die Rückmeldung. Ich weiss nicht, wie viele Prozent der Lehrpersonen den Beitrag lesen. Bei uns an der Schule wurde zumindest eine Diskussion ausgelöst. Der Beitrag auf dieser Seite wurde seit gestern etwa 650 mal aufgerufen.

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  6. MC

    Danke für deinen Beitrag. Es scheint mir aber, dass sich für solche Zwecke Moodle viel besser eignet…

    Antwort
    1. ictschule Autor

      In dem Fall muss ich mir Moodle wohl wieder einmal anschauen. Ich war der Meinung, dass Teams mit Online Video-Besprechungen inkl. Bildschirm teilen, das OneNote Kursnotizbuch, die Möglichkeiten so natürlich mit einem Stift zu arbeiten, gleichzeitig an Dokumenten oder eben dem Kursnotizbuch zu arbeiten, die Verfügbarkeit von Apps für Smartphones und Tablets und damit das nahtlose Bearbeiten über verschiedenste Geräte hinweg, … in dieser Form bis jetzt nur mit Office 365 möglich ist und andere LMS wie Moodle damit weit abhängt. Aber ich habe mich schon länger nicht mehr mit anderen Möglichkeiten auseinandergesetzt. Irgendwie ist die Zeit halt beschränkt und wir haben Office 365 an unserer Schule verfügbar.

      Antwort
    2. Beni

      A) man braucht Moodle an der Schule
      B) jemand muss Moodle betreuen
      C) Anspruchsvolles Bearbeiten im Vergleich zu O365
      D) Moodle ergänzend zu OneNote als LMS sehr geeignet

      Antwort
  7. delightful schoolmaster

    Hallo,

    sehr anregend, Danke! Eine Frage: Wir haben gerade im Zusammenhang mit Office 365 etc ziemliche Kämpfe auszufechten, der Landesdatenschützer schließt den schulischen Gebrauch von Office 365 derzeit aus (ungeachtet der Duldung in anderen Bundesländern, der Treuhand-Zusicherung von MS und der Tatsache, dass es mancherorts natürlich dennoch weiter genutzt wird, da es mit einigem Aufwand etabliert worden ist). Wie geht ihr mit solchen Diskussionen um? Ist ein stetes (und sehr deutsches) Ärgernis, dass eine Art Datenschutzfundamentalismus so hemmend wirken kann.
    Moodle: Da hat sich tatsächlich viel getan. Die Teams-Funktionalität lässt sich gewiss nicht 1:1 emulieren (dafür gibt es dann halt andere Stärken und sehr viel mehr Formate für Aufgaben und Arbeitsmittel – ein 1:1-Vergleich von LMS und Teams verbietet sich mE ohnehin). Videokonferenzen lassen sich mit Plugins wie BBB umsetzen, Apps gibt es natürlich, usw usf.

    Antwort
    1. ictschule Autor

      Danke für die Rückmeldung. Datenschutz ist bei uns in der Schweiz auch ein grosses Thema. Educa (vgl. http://www.educa.ch) hat Rahmenverträge mit verschiedenen Anbietern, unter anderem Microsoft, für die Schweizer Schulen ausgehandelt. Microsoft hat die beiden wichtigsten Forderungen (Server in Europa und Gerichtsstand Schweiz) seit 2014 erfüllt (vgl. https://wp.me/p1Ml8G-D2) und Office 365 wurde dann von der Vereinigung der Schweizer Datenschützer mit gewissen Einschränkungen „erlaubt“. In der Zwischenzeit hat Microsoft zwei neue Datencenter in der Schweiz erstellt und die Schulen werden dorthin „gezügelt“. Das Problem ist immer noch der „Cloud Act“, der über allem hängt. Nachdem nun viele Schulen Office 365 implementiert haben, sind Datenschützer einzelner Kantone wieder auf eine restriktivere Schiene gewechselt und je nachdem dürfte man wieder fast nichts in Office 365 machen. Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt.
      Grundsätzlich verstehe ich die Bedenken. Ich sehe aber, dass Microsoft Schweiz alles versucht, um mit uns zusammenzuarbeiten und gute Dienste zu liefern. Um einzuschätzen, wie weit der „Cloud Act“ all das zunichte macht, bin ich zuwenig Jurist – ich sehe nur, dass es da widersprüchliche Aussagen gibt.
      Ich sehe auch gute Gründe, als staatliche Institution auf open-source zu setzen um sich möglichst wenig abhängig zu machen. Aber als Informatikverantwortlicher einer Schule muss ich auch ganz pragmatisch gute und einfache Dienste für unsere Lehrpersonen anbieten. Die Bundeslösung educanet2 (http://www.educanet2.ch) wird wohl auch wegen der Konkurrenz durch Office 365 eingestellt. Soll ich jetzt als einzelne Schule etwas eigenes aufbauen? Die (viel grössere) Stadt Bern hat das versucht (vgl. https://www.inside-it.ch/de/post/exklusiv-kehrtwende-im-open-source-debakel-von-bern-20191128). Office 365 funktioniert…

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  10. Fiona Gunst

    Wie verknüpft man denn ein schon bestehendes OneNote-Kursnotizbuch mit einer Teams-Seite (bzw. kann man die Teams-Seite von OneNote aus lancieren)?

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  17. Andreas

    Hallo,
    ist bei euch auch das Problem, dass bei Android der Ordner „Kursmaterialien“ nicht zu sehen ist!

    Beste Grüße
    Andreas

    Antwort
    1. ictschule Autor

      Das war bis vor kurzem auch unter iOS so, wurde nun gelöst. Ich denke, dass es nicht mehr lange dauern sollte, bis Microsoft das auch unter Android lösen kann.

      Antwort

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